FifteenSeconds to happiness.

Manchmal nimmt das Leben eine ungeahnte Geschwindigkeit an und aus 15 Sekunden werden 15 Tage.

Vor rund 15 Tagen habe ich mich auf den Weg nach Graz gemacht um zum ersten Mal am FifteenSecondsFestival teilzunehmen, das sich selbst stolz „Europas Festival für Vordenker“ nennt.

„Eine Business-Konferenz. Zwei Tage. Keine Egos, keine Titel, kein Bullshit.“ hat mich irgendwie neugierig gemacht, wie der Begriff „Vordenker“ hier wohl definiert wird. Erwartet habe ich nichts, denn wenn ich eines in den letzten Monaten gelernt habe, dann dass Veranstaltungen nur dann wirklich interessant sind, wenn man komplett vorbehaltlos in sie hineingeht und die Dinge einfach passieren lässt.

Der EM sei Dank, hat mich das Zugticket gerade mal so viel gekostet wie eine Tageskarte für die Wiener Öffentlichen und der Zufall hat es so gewollt, dass ich die Tage bei meiner lieben Blogger-Kollegin „JuYogi“ verbringen durfte.
Aus genau diesem Grund bin ich auch einen Tag früher angereist um mit ihr gemeinsam Graz zu erkunden, eine Stadt die es bis Dato leider nie auf meinen Reise-Radar geschafft hat, nun aber etliche Stellen nach oben auf der Lieblings-Städte-Liste gerückt ist.

In nur 2 Stunden hat es Ju geschafft, mir gefühlt ganz Graz zu zeigen, unter anderem auch den Zero-Waste Laden „Das Gramm“ und ungefähr 20 verschiedene Lokale, die ich bei meinem nächsten Besuch der Reihe nach abklappern werde. Zwei Stunden flanieren haben ihr Ende im Kunsthaus Café gefunden, wo wir mit zwei Arbeitskollegen und Freunden von Ju zu Abend gegessen und geplaudert haben.

GUTEN MORGEN IN GRAZ. SCHÖN, DASS DU HIER BIST.

Donnerstag, Tag eins der Messe. Angekommen am Messegelände war ich erstmal überwältigt von den Ausmaßen der Veranstaltung. Hallen, Sääle, Stände, Möglichkeiten – wohin das Auge reichte – und vor allem viele Menschen. Dreitausend Kreativ-Köpfe haben sich versammelt um gemeinsam unter dem Hashtag #thinkahead16 die Zukunft des Marketing zu erforschen, zu definieren oder sich einfach inspirieren zu lassen.

Ich entschied mich für Letzteres und hatte meine erste lustige Begegnung am Eingang, wo mich eine unbekannte, erstaunte Stimme fragte: „Bist du nicht die, die sich im Fitnessstudio in Wien immer so verbiegt und komische Übungen macht?“. Das war dann wohl ich und sogleich fand ich mich bei einer Tasse J.Hornig Kaffee ins erste Gespräch versunken. Dass ich ihn als Einzige aus meinem mitgebrachten Becher schlürfte machte mich zumindest für den Moment zur „Vordenkerin“, denn die restlichen rund 90.000 Becher landeten im Müll – sehr leckerer FairTrade Kaffee hin oder her.

Auch was die Essgewohnheiten der „Marketing Fuzzies“ angeht – wie man uns liebevoll nannte – wurde wenig weit gedacht, denn zum Müsli gab es ausschließlich normale Milch und zu Mittag den für Veganer obligatorischen Salat. An dieser Stelle hört meine Beschwerdeliste schon wieder auf, denn hier setzt wie die tosende Mur meine Begeisterung ein.

BITTE SPAß HABEN. IMMER WIEDER MAL.

Der Spaß kam in den zwei Tagen trotz „Business-Aspekt“ nicht zu kurz. Das FifteenSecondsFestival war größer, schneller, lauter, verrückter, als alles was ich bisher besucht habe – siehe Video!

Egal ob man sich einen Kindheitstraum erfüllte und in den Pool aus Bällen hüpfte, sich per VirtualReality mal eben in ein Flugzeug setzte, Rekorde im Planking aufstellte, oder doch lieber auf der Riesen-Schaukel durch die Luft schwebte – es gab genug Möglichkeiten, einfach mal aus dem Trott auszubrechen, Verrücktes zu tun und zwischen den Sessions den Kopf frei zu bekommen.

Neben dem Spaß stand eines im Vordergrund – ein Lineup an inspirierenden Menschen. Entscheiden konnte man zwischen 120 Speakern, 40 Keynotes, 60 Masterclasses und 5 Panels, die über die zwei Tage hinweg parallel zueinander stattfanden.

Trotz meinem Versuch so viele der für mich relevanten Talks wie möglich zu sehen, habe ich mir bewusst eines genommen: ZEIT. Die hatte hier auf einmal jeder. Genau diese für uns Marketing-Leute so ungewohnte Ruhe und Gelassenheit empfand ich auch als das wertvollste Erlebnis der Veranstaltung. Selbst Dauer-Jet-Steter wie Marion (ladyvenom) und Raffael (thelionheaded) haben sich bewusst Zeit genommen, die Messe in all ihren Möglichkeiten wahrzunehmen, was viel Raum für großartige Gespräche ließ.

Mit Peter von tasytcreates wiederum setzte ich spontan zwei Shootings um – eines noch direkt am Gelände, und eines später in den Abendlichtern der Stadt.

Challenging the commercial future.

Tag zwei verlief wie der Erste. Viele Talks und Gespräche folgten einander. Mit dem Nachmittag setzte aber auch etwas die Erschöpfung ein und die Hallen begannen sich langsam zu leeren.

Was wird das nächste große Ding? Wie können wir die Zukunft gestalten?
Auf die zentralen Fragen des Festivals habe ich keine Antworten gefunden, denn die Talks waren interessant, aber nur bei einigen wenigen Ausnahmen wirklich wegweisend. Vielmehr haben sie schon Bekanntes in Erinnerung gerufen und aufgezeigt – was nicht minder wichtig und spannend war.

Den Blick nach vorne zu richten, liegt letztendlich bei uns, in der Art wie wir mit den Informationen und Inputs umgehen, sie einsetzen und leben. Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit hat im Marketing noch lange nicht den Stellenwert eingenommen, der ihm zustehen würde. Da liegt es nun an den „Vordenkern“ diesen endlich stärker zu integrieren.

„In 15 Sekunden zum Glück“ war der Spruch mit dem die Bäckerei Auer uns den ganzen Tag mit frischen Gebäck versorgte. Für mich steht der Spruch für zwei Tage voller Erinnerungen, verrückter Momente und Begegnungen die ich nicht missen möchte. 15 Sekunden reichen laut den Veranstaltern, um eine Idee zu erklären. 15 Sekunden reichen, um in ein Brot zu beißen und den Geschmack wahrzunehmen. 15 Sekunden reichen um jemanden in die Augen zu schauen und eine Verbindung herzustellen und 15 Sekunden reichen um auf eine Taste zu drücken und nächstes Jahr wieder dabei zu sein 😉

Vordenken & Nachsehen – das geht.
FifteenSeconds hat einige der Panels auf YouTube für die Nachwelt festgehalten. Zum Channel geht es hier.

Outfit:

Rucksack und Schuhe sind vegan und fair hergestellt von Wills Vegan Shoes.
Das Shirt ist ebenfalls vegan und fair von Funktionsschnitt.

Ein paar der Fotos have ich mir von der FifteenSecondsFestivalSeite geklaut – habe ich aber brav verlinkt. Einige sind vom werten Herrn tastycreates – ebenfalls verlinkt. Der nicht klickere Rest ist von mir 😉

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