Wege zum Glück muss man selber gehen!

Es tut sich was in der Stadt! Neugierde liegt in der Luft und Sehnsucht nach Veränderung ist spürbar. Wohin wollen wir gehen?

Die aktuelle Ausstellung „Wege zum Glück“ im Stadtmuseum Linz hat geschafft, wonach man sonst sehr lange suchen muss –  das Glück gefunden und sichtbar gemacht. Noch bis zum 5. November kann man Projekte in und rund um Linz entdecken. Bevor die Ausstellung zu Ende geht möchte ich euch einen Einblick in meinen eigenen Weg zum Glück und die Idee hinter der Ausstellung geben. In vier weiteren Beiträgen nächste Woche werde ich SelberMACHEN, ZwischenRAUM, LebensMITTEL und MitMENSCHEN als Glückswege vorstellen.

 

Wer dem Glück nachläuft, kann es selten einholen. (Südamerikanisches Sprichwort)

 

Was macht uns eigentlich glücklich und können wir unser Glück selbst in die Hand nehmen? Es sind Fragen, die uns alle schon beschäftigt haben, die uns an manchen Tagen durch den Alltag oder mit in den Schlaf begleiten. Genau da aber finden sich auch die Antworten! Im Alltäglichen, in der Arbeit, in kleinen Projekten und in Herzensangelegenheiten.

Fünf (Lebensabschnitts-)Städte, viele Reisen und ebenso viele Länder haben mir gezeigt: Die Stadt in der wir leben, ihre Menschen und ihre Angebote sind ein ganz wesentlicher Teil von dem empfundenen Glück. Doch Städte wollen erkundet und gelebt werden. Die spannenden Dinge muss man finden – die richtigen Menschen auch. Ich persönlich habe mein Glück in Wien gefunden. Es sind die Entfaltungsmöglichkeiten, die Begegnungen und meine Arbeit, die mich jeden Tag mit Freude erfüllen. Nicht nur hier, auch in kleineren Städten, wie meiner Heimatstadt Linz, tut sich etwas, trotz Industrie- und Stahlstadt-Image.

 

 

„Wege zum Glück“ macht das NORDICO zur Bühne und Erlebnisplattform für 35 Projekte. Sie alle erzählen von Nachbarschaft, Gemeinschaft, nachhaltiger Ernährung, interdisziplinärer Nutzung des urbanen Raums, Innovation und Selbstermächtigung. Die Stadt wird zum Experimentierfeld. Bei Stadtspaziergängen und Workshops werden urbane Gemeinschaften erlebbar. Aus Eigenantrieb entsteht Vielfalt. Am Museums-Vorplatz lädt ein Offener Bücherschrank zum Schmökern ein und im Foyer steht ein Kost-Nix-Laden bereit.

Die Ausstellungsobjekte, sind keine Kunstwerke im herkömmlichen Sinn, sondern Alltagsgeschichten und Projekte. Der Rahmen des Museums aber verleiht ihnen die benötigte Sichtbarkeit. Nicht nur Linz wird hier neu-gedacht und selbstgemacht, sondern auch Kunst und das Museum NORDICO selbst. Natürlich bleibt für manche die Frage: Ist die Tatsache, dass ein Museum den Rahmen bildet Grund genug, von Kunst zu sprechen, so wie die Socke im Museum zum Kunstobjekt wird? Oder ist es doch die kuratorische Arbeit, die aus Lebenskonzepten, Lebens-Kunst macht? Vielleicht ist es am Ende aber auch die „Kunst ein glückliches Leben zu führen“ neue Räume zum Ausdruck schafft.

Es ist eine Ausstellung, die mir aus vielen Gründen am Herzen liegt. Sie greift mein Verständnis von bewusstem Lebensstil und Gemeinschaft auf, und hat mir ermöglicht mit meiner Arbeit und der Suche nach dem „Weg zum Glück“ zurück zum Ursprung meines Lebens und der Kreativität zu kehren.

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar. Paul Klee

 

 

Die Sache mit der Kunst und dem Glück spielt für mich schon lange eine Rolle. Museumsbesuche standen in meiner Kindheit ebenso häufig auf der Tagesordnung wie Wanderungen in der Natur. Noch heute erinnere ich mich an meine Mitgliedschaft bei den LosTalentos, ein Kunstclub für Kinder im Linzer Lentos, in dem wir bei den monatlichen Treffen Kunst auf verschiedenste Art erleben konnten. Auch durch die Schule hat mich die Kunst begleitet, da ich mit bildnerischen Schwerpunkt maturiert habe. Irgendwann im Diplomstudium habe ich den Zugang kurzzeitig verloren. Zu viele Prüfungen und andere Themen … nur um ihn zwei Jahre später in der Digitalität wieder zu finden. Auf einmal war die Kunst von Raum und Greifbarkeit entkoppelt. Nahm neue Formen an. Fotografie, Grafik, Text. Selbstdarstellung oder Inszenierung. Ausprobieren, scheitern, lernen. Auf diesem Weg wurde die Kunst für mich wieder lebensnah. Als Künstlerin sehe ich mich trotzdem nicht. Aber ich arbeite jeden Tag mit vielen zusammen, unter anderem für diese Ausstellung.

Gemeinsam mit better und insbesondere Filippo haben wir acht der Projekte als Videos portraitiert, die nun Teil der Ausstellung bilden. Für mich war es ein unglaublich spannender Prozess zu begleiten, wie die Idee zur Ausstellung entstanden ist, bei den Drehs vor Ort zu sein und Filippo beim Videoschnitt über die Schulter zu schauen. Einige dieser Momente und der Interviews habe ich auch fotografisch begleitet. Teile davon finden sich als Postkarten im NORDICO wieder. Andere Auszüge poppen da und dort auf den Social Media Kanälen vom NORDICO auf.

Was in jedem Fall bleibt ist das Gefühl von Bewegung und Aktivität, von Lust am Selbermachen und Tatentrang. Im Idealfall entstehen neue Denkanstöße, Netzwerke und Communities: Stadt selber machen ist das Motto.

 

WEGE ZUM GLÜCK bedeutet für mich persönlich:
 Verantwortung übernehmen, sich auf´s Leben einlassen, selbstwirksam sein. Austausch und Begegnung mit Anders- und Gleichgesinnten. Gemeinschaft. Ideen Raum geben und Raum für Ideen schaffen. Achtsam mit sich und seiner Umwelt umgehen, seine Mitmenschen respektieren. Fokus aufs hier und jetzt, Blick aufs Ganze und nach vorn. Neue Ideen spinnen, Mut zum Experiment und zum Scheitern, Lust auf Selbermachen. Linz neu gedacht und selbstgemacht. 

Kuratorin, Idee, Konzept: Klaudia Kreslehner
Architektur: mia2/ARCHITEKTUR, Mitarbeit Nina Bammer
Videoportraits: better | Filippo Rezzadore
Social Media: u.a. better | Amina Stella Steiner

Was ist dein Weg zum Glück? Erzähle es mir! oder der Welt unter den Hashtags #meinwegzumglück #wegezumglück #linzimglück

 

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