Der Kopf ist rund damit die Gedanken die Richtung wechseln können. Was du über Cradle2Cradle wissen solltest.

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, mich im Kreis zu drehen. Meine Gedanken wechseln die Richtung. Andauernd. Schnell. Schneller. Ein Kreis – ein Teufelskreis. Treffe ich dir richtigen Entscheidungen? Was sind die richtigen Entscheidungen? Was kann ich bewirken und wo bin ich machtlos? Wie kann ich meinen Teil leisten – jeden Tag?

Es sind Gedanken die mich suchen lassen, nach neuen Wegen, Möglichkeiten und Denkansätzen. Als ich mich vor einigen Monaten intensiver mit nachhaltigem Wirtschaften auseinandergesetzt habe, bin ich über den Begriff „Cradle2Cradle“ gestolpert. Lange konnte ich nichts damit anfangen, auch die Übersetzung „von der Wiege zur Wage“ half mir nicht weiter. Schließlich wollte ich es aber doch wissen, und habe mich informiert…

Wertschöpfen im Kreislauf anstatt in der Kette

Cradle2Cradle beschreibt ein Design und Produktionskonzept welches Produkte ohne Müll entstehen lässt. „Von der Wiege zur Wage“ meint dabei, dass jeder Teil in den Kreislauf zurückführbar sein muss. Biologisch abbaubare Bestandteile werden kompostiert. Alle anderen werden weiterverwendet.
Vorbild des Konzepts ist der genialste Designer unserer Geschichte: die NATUR!
Jeder Ablauf in der Natur ist in sich ein Kreislauf. Energiekreislauf, Wasserkreislauf, Nahrungskette, ….  Ein „zu viel“ oder „unnötig“ kennt die Natur nicht. Müll auch nicht und dieser will bei Cradle2Cradle gänzlich vermieden werden.

Es ist der einzige Weg, der es ermöglicht, dass sich jetzt oder in Zukunft niemand um den Müll kümmern muss – denn es entsteht keiner! – in der Theorie!

In der Praxis…

… beruht das Cradle2Cradle Design Konzept auf dem Buch von Michael Braungart und William McDonough „Cradle to cradle – Remaking the way we make things“ .„Das eine Prinzip“ an das sich fortan jeder halten könnte gibt es aber nicht. Je nach Branche und Produkt sind die Ansätze unterschiedlich. Von Architektur, über Kosmetika und Gesundheit bis zur Mode können die einzelnen Bestandteile des Produkts und Produktionsschritte analysiert werden, um einen Kreislauf entstehen zu lassen.

So weit so rund, die Geschichte von der Kreislaufwirtschaft. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich das Prinzip jedoch nicht auf alle Branchen anwenden. Besonders technologische Geräte stellen ein Problem dar. Zudem werden in den Bewertungen of keine Emissionen mit einbezogen. Trotzdem hat das Prinzip viel Potential und sollte in jedem Fall weitergedacht werden.

Vor allem im Textil-Bereich ist Cradle2Cradle gut umsetzbar. Angekommen, in der Modewelt, ist das nachhaltige Designkonzept allerdings noch nicht wirklich. Ein Vorreiter-Unternehmen ist das Start-Up Avour. Auch sie haben für ihre Shirts einen Kreislauf geschaffen, in dem bei der Modeproduktion kein Müll entsteht!

Wie das Cradle2Cradle Prinzip bei Avour funktioniert?

Die verwendete Biobaumwolle stammt aus der Türkei und wird in einem deutschen Traditionsbetrieb weiterverarbeitet. Versandt werden die Shirts mit recyceltem Karton und biologisch abbaubarer Stempelfarbe. Die Shirts sind, wenn ausrangiert auf dem eigenen Komposthaufen innerhalb von drei bis sechs Monaten abbaubar, können aber auch zu Avour rückgesendet werden, wo für die eigens entwickelten Schranksysteme verwendet werden. Zudem haben sie sich ganz bewusst für Basics entschieden, die vielseitig kombinierbar und perfekt für jeden Tag sind.

Dass „basic“ nicht gleich langweilig heißt, wollte ich mit den zwei Outfits zeigen.

Ich weiß nicht, ob es ein Umdenken ist, also ein Richtungswechsel der Gedanken, der da gerade passiert und uns neue Wege finden lässt – oder ob es nicht eigentlich das natürlichste der Welt sein sollte, in Kreisläufen zu denken.

Denken wir überhaupt ausreichend in Kreisläufen? Was passiert mit meinen Smartphone, wenn ich ein Neues kaufe? Was mit den Möbeln, den Flaschen, dem Sack mit dem ich gerade einkaufen war. Du siehst wohin meine Gedankenkreise führen… Wie ganzheitlich ist das Prinzip überhaupt? Wie können diese Gedanken  auch zu Ende gedacht werden? Wie kann ich darauf achten, dass gekaufte Produkte nach der Verwendung nicht nur richtig entsorgt werden, sondern vielleicht gar nicht erst Müll produzieren.

Das Denken geht weiter. Ich freue mich auf deine Denkanstöße, damit die Gedanken weiter die Richtung wechseln können!

OUTFITS:
T-shirt schwarz: Avour
T-shirt weiß: Avour
Weise Weste: Second Hand/Polyklamott
Grauer Mantel: Second Hand/Flohmarkt
Schuhe: Noah Italian Vegan Shoes 

Fotos: Erika/Light’s agency

2 Kommentare

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Maxiantworten
19. November 2016 um 20:20

Hallo Amina!
So ein schöner Text! Du hast so recht, wir sollten wirklich wieder mehr zurück zur Natur kommen und eben „in diesen Kreisläufen denken“. (diese Formulierung gefällt mir soo gut!) Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt und habe dabei mal realisiert wie weit wir eigentlich von all diesen Kreisläufen weg sind. Die Natur hätte alles so perfekt geplant …

Lg, Maxi

Amina Stella Steinerantworten
8. Dezember 2016 um 10:57
– Als Antwort auf: Maxi

Liebe Maxi,

Vielen lieben Dank für deine Worte. Ja da hast du wohl recht. Das Schwierige ist nur, dass wir uns selbst lernen müssen, in Kreisläufen zu denken. Anders als früher ist es schon nicht mehr normal – One-way scheint Norm geworden zu sein.
Bin aber sicher, dass wenn wir uns eben an den guten Plänen der Natur inspirieren lassen, wir da auch wieder hin finden 🙂

Allerliebst,
Amina

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