Aus Plastikflasche wird Reisetasche.

Lange hatte Reisen für mich das Ziel der Entspannung. Mittlerweile gehört es auch zu meinem Beruf.
Ich liebe nichts mehr, als spontan meine wichtigsten Sachen in einen Rucksack zu packen und einfach loszufahren. Dafür habe ich mir über das letzte Jahr hinweg einen minimalistischeren Kleidungsstil und ein System angewohnt, das es mir erlaubt mit nur einem Gepäckstück für ein Wochenende oder zwei Wochen zu verreisen.
Egal wie lange, wohin und aus welchen Grund… Reisen prägt!

Zu einem lieben und ständigem Begleiter ist mir in den letzten Monaten mein Rucksack von ponqponq geworden. Der bietet nicht nur den nötigen Platz (45Ll), sondern besteht zu 100% aus RecyclePET, ein entscheidendes  Kriterium.

Auch Plastikflaschen haben eine lange Reise hinter sich, wenn sie in unseren Händen landen. Je nachdem endet die Reise leider meistens auf Müllhalden, in Gewässern, irgendwo in der Natur oder einer Verbrennungsanlage – oder im Besten Fall eben auf einem Rücken.
Wie das genau geht, lies und staune.

Die Reise deiner Plastikflasche

Die Reise so einer Plastikflasche beginnt etliche Meter unter der Erdoberfläche als rohes Erdöl – eine wertvolle Ressource die leider immer knapper wird. Schon bei den Ölbohrungen werden Treibhausgase freigesetzt und Lebensräume zerstört.
Das Öl wird zu Fabriken gebracht wo unter Entstehung von Co2 und Giftstoffen aus dem destillierten Öl kleine Plastikkügelchen gemacht werden, um später von den Herstellern in die gewünschte Form geschmolzen zu werden. Flüssigkeit rein. Deckel und Eiticket drauf.
Los geht die nächste Fahrt, die ebenfalls wertvolle Ressourcen verschlingt, im Schnitt mehr als einen Liter Benzin pro Flasche. Schätzungen des Policy Institutes zufolge, überquert mindestens eine von vier Wasserflaschen zumindest eine Grenze, per Schiff, Zug oder Lastwagen, bevor sie getrunken wird. Angekommen, wird die Flasche in den meistens Fällen innerhalb von Minuten geleert und weggeworfen. Aus umweltbewussten Händen landen sie zumindest in einem Mülleimer – je nach Land und Kultur jedoch meistens in der Natur.

DAS IST EIN PROBLEM! denn die Plastikmengen verschmutzen das Wasser, gefährden Meerestiere und Vögel und bilden mittlerweile riesige Plastikteppiche. Man muss zudem bedenken, dass ich gerade nur von den Flaschen rede – sie jedoch stellvertretend für das generelle Plastikproblem inklusive aller Sackerln, Verpackungen und Co. stehen.

Aus Plastikflasche wird Reisetasche

In Europa werden zumindest rund 60 Millionen Plastikflaschen jährlich recycelt. Dabei werden sie geschreddert und wieder zu Plastikkügelchen geschmolzen, aus denen eine Vielfalt an neuen Materialen entsteht.

Durch die Wiederverwertung können die Produktion von neuem PET vermieden und CO2 und Wasser gespart werden. Genau das ist auch der Gedanke von Pinqponq, die alle Rucksäcke aus RecyclePET herstellen.

Über pinqponq

pinqponq habe ich über einen Freund – the Lionheaded – kennengelernt, genau im richtigen Moment als ich nach einer Reisetasche gesucht habe.

Die Rucksäcke werden in Köln entwickelt und designt, in Vietnam in Handarbeit gefertigt und zu ausgewählten Handelspartnern in Deutschland versandt. pingpong verspricht, zu jedem Produzenten in direktem Kontakt zu stehen und den Produktionsort in Vietnam bewusst gewählt zu haben, um dort faire Arbeitsplätze zu schaffen. Die Nähereien werden regelmäßig auf Sozialstandards überprüft. Zwar gestaltet sich der Transportweg dadurch lang, wird aber mit möglichst vertretbarem Aufwand (leichtere Verpackungen) betrieben. Ein weiterer Pluspunkt ist die bluesign Zertifizierung, die ausweist, dass im gesamten Prozess keine Chemikalien verwendet werden.

pinqponq ist Teil von FOND OF BAGS ein Unternehmen gegründet, von Sven, Flo, Oli und Juliaan, das unter sich die 7 Marken Ergobag, Affenzahn, satch, AEVOR, pinqponq, AEP und Opfermann vereint. Bei jedem Produkt wird auf  auf die selben Produktionsstandards Wert gelegt. Die Quantifizierung im Bereich der Nachhaltigkeit ist laut dem letzten CSR-Bericht noch in Arbeit.

Ich erspare euch an dieser Stelle genaue Zahlen und trockene Fakten, muss aber positiv hervorheben, dass alle Fortschritte im Umweltschutz im CSR-Bericht sehr detailliert aufgeschlüsselt und transparent gestaltet werden. Es gibt zwar noch Luft nach oben, aber sie sind sich der genauen Zahlen der Treibhausgasemissionen und Plastikverpackungen und präsentieren Ziele und Ansätze diese weiter zu reduzieren.

Design und Funktionalität haben wirklich großes Lob verdient! Ich bin schon mehr als einmal auf den Rucksack angesprochen worden, und freue mich jedes Mal ihn als nachhaltigere Alternative vorstellen zu können.
Die vielen Fächer verleiten zwar dazu, Sachen zu verstauen und nicht mehr wieder zu finden, ermöglichen aber, Arbeit und Freizeit in einen einzigen Rucksack zu schlichten. Wer eine minimalistische Ader hat, schafft es  wie ich, Kleidung, Laptop, Kamera & Co in nur einem Gepäckstück zu verstauen.

Noch mehr Fotos und die Story in Kurzfassung gibt es in dieser Steller Story per Klick!

Einen Rucksack aus RecyclePET zu tragen, ist natürlich nur ein kleiner Schritt, den man machen kann, um nachhaltiger zu verreisen. Auch die Wahl des Transportmittels, Hotels aber vor allem auch das Verhalten vor Ort spielen eine große Rolle! Und wie FAIRreist du?

*** Die Fotos hat meine Mutter in der Tabakfabrik Linz von mir gemacht.
Die Videos sind in Zusammenarbeit mit Filippo Rezzadore entstanden.
pinqponq hat mir den Rucksack zur Verfügung gestellt. ***

2 Kommentare

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Franziantworten
14. Oktober 2016 um 9:50

als textiltechnologie studentin find ich das Thema so super interessant.. Der Rucksack sieht klasse aus! Und was die Marke da macht find ich richtig gut!

Amina Stella Steinerantworten
15. Oktober 2016 um 9:38

Liebe Franzi,

Finde das auch ein super spannendes Thema.
Vor allem wie vielseitig das Material ist – von Sportgewand über Taschen und Co.
Wird noch viel zu wenig verwendet, finde ich.
Einfach schade, dass noch so viel neue Nachfrage ist.

Finde auch cool, dass die Marke das nicht so an den großen Nagel hängt, sondern das selbstverständlich für sie ist 🙂

Liebst,
Amina

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