Wandern in Flandern. Was ich in drei Tagen über „Kultur erleben“ gelernt habe.

Remember when we were young and could not wait to grow up, so we could do whatever we wanted … how does that work out for you?

Erinnerst du dich als wir jung waren und nicht erwarten konnten, endlich erwachsen zu werden, um all das zu tun was wir wirklich tun wollten … na wie läuft das bei dir? Bist du spontan, wild und frei? Auf meiner Belgienreise habe ich diese Kids beim Baden und Spielen beobachtet. Wolkenhimmel und eiskaltes Wasser und trotzdem haben sie einfach genossen und Spaß gehabt …. Wann sind wir eigentlich erwachsen geworden? Sind wir das denn?

„Wandern in Fladern“ lautete der auch Titel einer meiner ersten Blog-Einträge vor mehr als fünf Jahren. Damals war ich 15, hatte gerade mein Auslandsjahr in Frankreich angetreten und den typischen „Ich-bin-dann-mal-weg-Blog“ gestartet. Alles war aufregend und neu. Neue Familie, Erlebnisse und Sprache. Davon war auch mein erster und bisher einziger Besuch in Belgien gekennzeichnet. Mit Visitflanders durfte ich einige der Städte von damals Wiederbesuchen, Straßen Wiedererkennen, Erinnerungen wecken und neue dazu gewinnen. Flandern hat es erneut geschafft mich zu überraschen und zu begeistern.

3 Tage. 4 Städte. Viel gutes Essen und die eine oder andere Rad-Rundfahrt. Davon erzählen viele Bilder und ein paar begleitende Worte. Komm mit auf eine Reise der grünen Art.

#visitflanders

Belgien, Zentrum Europas wenn man so will, im geografischen als auch politischen Sinne, bleibt in der Reiseplanung of unbeachtet. Zu unrecht, denn zu Entdecken gibt es viel.
Ganz oben auf der Liste der Sehenswürdigkeiten stehen Natur und Architektur, für mich in genau dieser Reihenfolge. Je tiefer man ins Landesinnere dringt, um so älter werden die Häuser, um so ursprünglicher das Handwerk. Design, Kunst und Kultur prägen gleichermaßen Städte als auch die ländliche Architektur. Immer ein Teil des Konzepts „der Einklang mit der Natur.“

Genau dieser Konzept haben wir auch in unserer ersten Unterkunft DeStamper erlebt, ein altes Bauernhaus mitten im Nichts, und doch alles bietend was man braucht. Liebevolle Gastgeber, einfaches aber köstliches Essen und Ruhe. Von dort aus sind wir durch die Stadt gezogen Richtung Damme und später Brügge, wo wir von Dominique Persoone persönlich, einem der größten Schokolatiers Begligiens in die Welt der Schokolade entführt wurden. Das Sightseeing in Brugge, definitiv eine der malerischsten Städte Europas, war standesgemäß begleitet von einigen Regenschauern, belgischer Wettercharme 😉 Nass aber glücklich führe der weitere Weg ins Bistro Bruut wo Chef Bruno Timperman persönlich für das allgemeine Wohlbefinden und ein veganes Menü für mich sorgte …

Flandern ist übrigens einer der drei Regionen Belgiens. Gesprochen wird abwechselnd niederländisch und flämisch, durchmischt von ein bisschen französisch hier und da. Wer hier wohnt wird liebevoll „Flame“ genannt. Obwohl Flandern die Hauptstadt Brüssel vollkommen umschließt, ist diese ein eigenes Bundesland. Quasi wie Wien.

Warum ich euch das erzähle, do ganz faktisch? Weil ein bisschen Wissen um Land und Leute zu einer Reise einfach dazugehört. Selbst virtuell 😉

„When the winds of change blow, some people build walls and others build windmills.“

Wenn der Wind der Veränderung weht, bilden manche Mauern, andere Windmühlen.
Eine schöne Metapher wie ich finde. Möglichkeiten wahrzunehmen und das Best daraus zu machen – sie in neue Energien umzuwandeln.

#flandersforfoodies

>>Food is not rational. Food is culture, habit, craving and identity.<<
Jonathan Safran Foer

Denkt man an Belgien und Essen, tauchen als erstes die Bilder von Pommes, Bier und Schokolade in den Gedanken auf. Gleich danach folgen Muscheln, Waffeln und so manche andere deftige Speise.

Noch vor 5 Jahren bei meinem Auslandsjahr in Frankreich und dem verbundenen Belgien-Besuch wurde mir immer wieder erklärt, dass man eine Kultur nur erleben kann wenn man alles davon kostet – auch Gerichte die man sonst nicht essen würde – und wie selbstverständlich legte man mir ein Stück Fleisch auf den Teller. Bei dieser Reise durfte ich erleben dass Kultur am Ende doch Austausch bedeutet. Ich habe mit den Gastgebern gesprochen, und auch mit den Köchen im Restaurant und ganz wunderbare, typisch belgische Gerichte serviert bekommen. Ohne Tier. Kultur ist Offenheit, Interesse und Verständnis …

>>Stop being a vegan and start enjoying what you eat.<<
Jamie Oliver

Man kann das Zitat wohl auf vielerlei Arten lesen und interpretieren. Für mich bedeutet es aber aufzuhören sich als „vegan“ zu definieren und aktiv nach Speisen und Angeboten mit dieser Definition zu suchen sondern einfach wahrzunehmen und zu genießen was da ist.

Das Wochenende in Flandern war für mich ein „einmalmehr-Erlebnis“ dass trotz „Vorurteile“ dass unterwegs vegan zu Essen so schwierig sei mit ein bisschen Nachfragen kulinarische Schätze zu entdecken sind. Weniger spontanen empfehle ich Apps wie Happy Cow. Die sind praktisch und vegetarische und vegane Lokale und Supermärkte zu finden. Noch lieber vertraue ich aber dann doch den Locals.

Gegessen haben wir in oben Erwähnten Gasthaus und Restaurant, aber auch am Foodtruckfestival in Ostende und im netten kleinen Hipster-Asiaten Camino und Bistro Roest in Antwerpen.

#cyclinginflanders

Radfahren bedeutet für mich eine Form von Freiheit und Lebensqualität. In Wien bewege ich mich ausschließlich per Drahtesel von A nach B, aber auch auf Reisen freue ich mich immer über Möglichkeiten per Zweirad auf Erkundungstour zu gehen.

Um so größer war meine Freude, dass wir einen Großteil der Strecken über Stock und Stein mit dem Rad zurückgelegt haben. Wo keine Berge, lässt es sich gut Radfahren. Allem voran gemütlich aber auch für die sportlicheren ist Flandern ist ein Radfahrerparadies.

Egal ob man die herrlichen Landschaften, malerischen Dörfer oder doch lieber die von Kunst und Kultur geprägten Städte erkunden möchte, Flandern will ein angenehmes Radfahr-Reiseziel sein und bietet die entsprechende Infrastruktur. Auf den Websites der einzelnen Provinzen finden sich Informationen zum Fahrradverleih: Ostflandern, Westflandern, Antwerpen, Limburg und Flämisch-Brabant aber auch die Kunststädte haben jeweils ihren eigenen Fahrradverleih: Antwerpen, Brügge, Gent und Mechelen.

So sind wir per Rad nicht nur von Damme nach Brugge gefahren Sonden haben in Antwerpen die Museen abgeklappert und unter anderem das Havenhuis von Zaha Hadid besucht.

#SusanneForPresident

Hinter jeder Pressereise stehen eine Person und Organisation – im Besten Fall auch eine Bekanntschaft – im wunderbaren Fall eine Freundschaft. Susanne von Visitflanders habe ich vor einigen Monaten kennengelernt, und mit ihr Flandern gleich dazu, aus vielen Erzählungen und Berichten. Dass wir nun gemeinsam auf Reise gegangen sind hat die Reise auch so besonders für mich gemacht.

>>not everyone who wanders is lost<<

Zu Reisen ist für mich eine ewige Balance zwischen Suchen und Finden. Neue Orte, Begegnungen, Erfahrungen, Freundschaften … mich selbst.
Die drei Tage in Flandern waren unglaublich dicht aber auch inspirierend. Ich habe wieder Lust bekommen mehr zu kochen, zu zeichnen, zu reisen und mir die Zeit zu nehmen einfach nur gen Meer zu schauen.

#HiBelgium

Wer Lust bekommen hat, dem möchte ich an dieser Stelle den HiBelgiumPass ans Herz legen. Der bringt einen übers Wochenende für 149€ nach Belgien und deckt auch gleich noch die Zugfahrten in 2 Städte und Kulturpässe ab.


Städte aus dem Beitrag:Damme, Brügge, Antwerpen, Ostende
Unterkünfte aus dem Beitrag: DeStamperLes Nuits
PS: Hotels die mit dem „Grünen Schlüssel“ ausgezeichnet sind, weißen ein besonderes Nachhaltigkeits-Engagement auf!
#flandersforfoodies: Chocolate Line (Brugge), Bistro Bruut (Brugge), Camino (Antwerpen), Roest (Antwerpen)

7 Comments

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Laurel Koenigerreply
Mai 25 at 09:05 PM

Liebe Amina,

Wunderschöne Fotos! Flandern muss wahnsinnig toll sein und liegt auch auf meiner Reiseliste! Schon lange. 😀 Ich kenne einen Autor aus Flandern- auch sehr cooler Typ. Und selbst die Sprache finde ich unglaublich sympathisch. Wird wohl bald mal soweit sein!

Liebe Grüße,
Laurel

Amina Stella Steinerreply
Mai 29 at 01:05 PM
– In reply to: Laurel Koeniger

Danke lieber Laurel.
Hat auch wahnsinnig Spaß gemacht sich mal wieder die Zeit zum Fotografieren zu nehmen! 🙂
Unbedingt ganz bald mal angehen.
Finde eben das WE-Ticket eine super gute Möglichkeit…
Gespannt wann und wohin es dich dann zeiht.
Liebst, Amina

Mareikereply
Mai 29 at 12:05 PM

Ganz wundervoll! Der Bericht und die Bilder und überhaupt! <3

Amina Stella Steinerreply
Mai 29 at 01:05 PM
– In reply to: Mareike

Oh danke liebe Marieke.
Das freut mich sehr!!! <3 <3

Susannereply
Juni 06 at 03:06 PM

<3

Hannareply
Juni 27 at 01:06 PM

Hallo!
Ich wollte nur sagen das ich diesen Artikel echt toll finde, die Bilder sind wahnsinnig schön, der Text und die Zitate finde ich auch super! Jetzt habe ich auf jeden Fall Lust darauf bekommen nach Belgien zu reisen :).
Insegsamt finde ich deinen Blog sehr schön, ich habe ihn erst vor ein paar Tagen entdeckt, bin aber schon fleißig am rumstöbern ;).
Liebe Grüße,
Hanna von http://www.ourgreensmile.de

Amina Stella Steinerreply
Juni 27 at 01:06 PM
– In reply to: Hanna

Hi liebe Hanna,

Oh wow. Das freut mich unglaublich. Vielen lieben Dank! Schön dass es dir so gefällt!

Ich kann Belgien auch wirklich nur von Herzen empfehlen!

Hoffe dich lange als Leserin zu behalten.
Liebst,
Amina

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